Wir haben uns überlegt, unser kleines Gemüsegartenstück vorm Kaminhäuschen

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… in ein Blumenbeet (mit Kräutern zwischendrin) zu verwandeln und aus dem ehemaligen Hühnergehege einen neuen Gemüsegarten zu machen. Hühner werden wir sicher eh nicht mehr halten.

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Dafür musste schon mal ein Birnbaum fallen, der 1. in mittlerweile 13 Jahren kaum gewachsen ist, 2. ständig Gitterrost hatte und 3. bei dem die Birnen – so denn mal welche dran waren – nicht richtig schmeckten.

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Beim alten Gemüseteil sind inzwischen die Tomatendächer abgebaut und schon ein paar Astern, Stiefmütterchen und Rosen eingesetzt – auch einige Blumenzwiebeln.

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Hier werden sich neue Fotos vermutlich erst im Frühjahr wieder lohnen. Ich will auch noch ein paar neue Stauden kaufen, die es in unserem Garten bisher nicht gibt …

Ja, und der neue Gemüsegarten muss ja auch noch beackert werden. Noch graust es mir vor der vielen Arbeit (umgraben etc. – deshalb schieb ich z.Zt. noch), zumal in den nächsten Tagen auch noch einiges beschnitten werden muss. Ist bald Strauchgut-Abholung bei uns. Blaue Säcke – gefüllt mit Laub – gibt es hier auch noch en masse.
Z.B. hier unter der Veranda …

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…, aber auch noch anderswo verteilt auf dem Gelände.

Die müssen alle auch noch zum Bauhof … *seufz*

Ein weiterer Sonntag auf Lolland. Der Herbst kündigt sich unübersehbar an, die Tage werden merklich kürzer, der Wind fegt über die unendlichen Stoppelfelder vor dem Haus und rauscht im Wald hinter dem Haus.

Und genau rechtzeitig zum Herbst wurde auch das Erntebier fertig. Am Donnerstag habe ich die erste Charge, ca 25 hl (= 2500 ltr) filtriert und um die Fassfüllanlage auszuprobieren, gleich mal 5 kleine Fässer abgefüllt. Das Bier erfreut sich eines regen Zuspruchs (und es schmeckt auch ausserordentlich gut) , am kommenden Freitag ist auf Krenkerup Gut das Ernteabschlussfest, da müssen noch ein paar mehr Fässer abgefüllt werden.

120 hl Pilsner habe ich auch schon in den Lagertanks und was man nach 2 Wochen Lagerzeit sagen kann ist (in meinen Worten): Öha, sauber, nicht zu verachten, dabei sollte man länger verweilen.

Seit letzter Woche gärt und blubbert das Weissbier vor sich hin und verbreitet ein verführerisch-herzzerreissenden Duft, der meilenweit von dem Erdinger-Franziskaner-Plempel entfernt ist. Am Montag und Dienstag mache ich noch zwei weitere Weissbiersude und danach wird’s Zeit für Julebryg, das Weihnachtsbier. Es wird Bockbierqualität haben, also 6,0 – 6,5 % Alkohol, dunkelrotbraun glänzen und – so will’s der Däne gerne – nach Lebkuchengewürz duften.

Ich setze mal ein Bild rein, wo ich vor dem Sudkessel stehe und Hopfen – Hallertauer Nordbrauer – in den Sud gebe.

Sachte rieselt der Hallertauer Hopfen

Sachte rieselt der Hallertauer Hopfen

Auch im Leben von Frl Boria und ihrem Sandkastengefährten Ulrich hat sich wieder einiges getan. Die ganze Fülle eines unberechenbaren Lebens ist über sie hereingebrochen. Wie immer haben sie alle alle Unabwägbarkeiten des Schicksals mit einem Achselzucken gemeistert.

Es folgt der fünfte, sechste, siebte und achte Teil ( von geschätzten 523.)

5. Teil

Weil das Medizinstudium, das er inzwischen aufgenommen hatte um die tiefen Wunden im Bein seines Vaters zu heilen, Ulrich keinesfalls auslastete begann er – unendlich filgran – sich eine Modelleisenbahn aus einer Runkelrübe zu schnitzen. Sie lief mit Gleichstrom und konnte pfeifen und tuten und sogar kurze Strecken unter Wasser zurücklegen. Dafür entgleiste sie an jeder Weiche, die Ulrich aus steinhartem Mürbteig tausendstelmillimetergenau herausgefräst hatte. Als die Zeit gekommen war, um zu promovieren, und Ulrich durch seine Doktorarbeit einmal eine Minute lang abgelenkt war ( der Kugelschreiber war ihm heruntergefallen) fuhr der hinterhältige Grasfrosch mit dem Runkelrübenzug auf und davon. Wahrscheinlich – vermutete Ulrich seufzend – fuhr er in die weite Welt hinaus. In Wirklichkeit jedoch nur bis zur nächsten Weiche.

Ulrich, jedoch, promovierte wieder einmal spielend mit suma cum laude mit folgender Arbeit: „Über die Vernachlässigbarkeit von Brandlöchern in den vorderen linken und rechten Stirnlappen.“

Eine Arbeit, die in Fachkreisen für viel Aufsehen sorgte. Ulrich wurde von Seminar zu Seminar, und von Kongress zu Kongress durchgereicht, was ihn zeitlich so in Anspruch nahm, dass er – wie er sich schmunzelnd eingestehen musste – sowieso kaum Zeit gehabt hätte, mit seiner Modelleisenbahn zu spielen.

6. Teil

Nachdem Ulrich der Job als Landwirtschaftsminister eines grossen mitteleuropäischen Landes ( unter der harten Knute der eisernen Kanzlerin A. v. M.) zu langweilen begann, liess er sich – während der Dienstzeit! – zum Vorwerck-Vertreter umschulen. Das erwies sich als schwieriger als erwartet. Obwohl sein Schreibtisch, seine Aktenablage, seine Konferenzsesselgarnitur, seine Kreissäge, seine Blechstanze, sein Hammerwerk- kurz, sein gesamtes Ministerialbüro – mittlerweile von einer fingerdicken Staubschicht bedeckt war, gelang es Ulrich nicht, auch nur ein Gran Staub einzusaugen. Seine Sekretärin, Frl. Doria, die gleichzeitig sein vielbestauntes Kebsweib war, brachte ihn mit ihrem Vorschlag, erst einmal Steckdosen im Ministerium zu installieren, einem erfolgreichen Staubsaugervertreterkursusabschluss einen beträchtlichen Schritt näher. ( Und Ulrich konnte am Ende als Lehrgangsbester ein weiteres goldumrandetes Diplom einheimsen.)

Da das Landwirtschaftsministerium in einer riesigen Staubwolke verschwunden war und auf Monate hin unauffindbar blieb, hatte Ulrich Zeit, auf Wanderschaft zu gehen und Staubsauger, Beutel, Saugdüsen sowie weiteres Zubehör, das sich einigermassen passgenau aus Runkelrüben schnitzen liess, vor den Haustüren der Nation anzupreisen

In der Praxis musste sich Ulrich erst noch bewähren, denn es fiel ihm schwer, den Schmerz jener Menschen zu verstehen, in deren handgeknüpfte Perser er zeitungsblattgrosse kahle Stellen fräste oder denen das Verschwinden ihrer Hauskatze im neuen Maxi-Power-Saug nicht egal war. Wenn er ihren Schmerz auch nicht nachvollziehen konnte, so bekam er doch grossen Respekt vor ihrer Wut.

7. Teil

Wegen seiner grossen Verdienste für die Reinheit der Nation wird Ulrich auf Betreiben der Kanzlerin ( Kanzlerin der Reinheit) an’s Finanzministerium versetzt. Da wird er – als Einserjurist – mit einer Reform des Verwaltungsapparats beauftragt, was gleichzusetzen ist mit der Aufgabe, den Kantinenwochenplan juristisch wasserdicht abzufassen. Bei dieser Aufgabe fällt Ulrich auf, dass dieses Jahr, bei unverändertem Verteilermodus, der wöchentliche Betriebsausflug zweimal nach Acapulco führen würde. Eine Wiederholung, die die entsetzliche Langeweile, die im Ministerium herrschte, auf ein unerträgliches Mass steigern würde. Als Ulrich die zweite Acapulco-Fahrt durch einen Radausflug in den Spreewald ersetzt, kommt es auf Abteilungsleiterebene zu fragenden Blicken, die leicht in offen geäusserte Kritik hätte umschlagen können. Bevor es jedoch zu tumultartigen Szenen wie lautes Türenknallen und Papierkorbtreten kommen konnte, gebot Ulrich dem mit einem ruckartigen Heben und langsamen Senken seiner Augenbraue Einhalt.

Ulrich hatte ja – wie bekannt – die Jagdgehilfenprüfung mit einem Schnitt von 4,49 klar bestanden, und war somit berechtigt, ständig zwei geladene, grosskalibrige Waffen mit sich zu führen. Zahlreiche Einschüsse in Decken und Wänden des Ministeriums zeugten davon, dass Ulrich dieses Recht die Waffen zu führen, eigenhändig um das Recht erweitert hatte, die Waffen bei jeder Gelegenheit auch auszuprobieren. Aus alter Gewohnheit hatte er in jedem Stiefelschaft 2 scharfgeschliffene Wurfmesser stecken, im Gürtel steckte ein ellenlanger Ochsenziemer und der Stachelstern seines Streitkolbens, den er hinter sich herschleift, hatte schon zehentiefe Rillen im Walnussparkett der Ministeriumsflure hinterlassen.

8. Teil

Frl. Boria lag wieder einmal völlig desorientiert auf dem weichen Rasen beim Seerosenteich. Mit einem Unbekannten hatte sie Täler und Höhen des ewigen Spiels von Mann und Frau durchschritten. Von den Gipfeln höchster entfesselter Rattigkeit hinunter in die Täler tiefster Leidenschaft und wieder sanft hinübergleitend zu den rosa Hügeln schmachtender Romantik.

Der Fremde, der sich im kurzen Moment höchster Wollust knapp als „Steineier“ vorgestellt hattte, hatte eine lächerlich kleine Brille auf und selbst noch in den abklingenden Zuckungen eines für ihn wohl schmerzhaften Orgasmusses hielt er die Augenbrauen zu einem eulenhaften Glotzen hochgezogen.

Als sie nach 6 Stunden anfing des Liebesspiels überdrüssig zu werden, stellte Frl. Boria dem nun unerwünschten Gast die üblichen Forderungen. Aber auf erstens, bring mir eine Schlosspackung Staubsaugerbeutel, hatte er weinerlich geantwortet, das könne er nicht, die halte seine Frau, die hochgeschätzte Frau Steineier, unter strengster Verwahrung, und auf zweitens, bring mir den Kopf von Angela Kanzlerin von Merckel, war er wimmernd zusammengebrochen und mit angstverzerrtem Gesicht, tränenüberströmt, geflüstert: Das traue er sich nicht!

Ach, seufzte sie wehmütig, während sie wieder in ihre weisse Latzhose schlüpfte, wie so ganz anders hätte ihr Sandkastengefährte Ulrich reagiert.

Als Steineier nicht aufhören wollte, hemmungslos zu wimmern und bereits anfing sich mit blossen Händen ein Rasengrab zu schaufeln, kramte sie aus ihrem Botoxpompadour eine gefüllte 10 ml-Spritze hervor und vergrösserte seine dünnen Lippen auf das Dreifache. Nun passten sie für einen – wenn auch kleinen – Lippenpflock, den sie seit Jahren in ihrem Lippenpflockpompadour mit herumschleppte. Und auf Stimmigkeit der gesamtpersönlichen Erscheinung bedacht, flocht sie ihm aus Schilf vom Seerosenteich ein Ton in Ton gemustertes Penisfuteral – 2 Meter lang – , das sie ihm sogleich anlegte.

Nicht ohne Interesse, wenn auch distanziert, schaute sie dann zu, wie er im Gras nach seiner klitzekleinen Brille suchte und dabei immer wieder über sein Penisfuteral stolperte oder gar darauf herumtrampelte. Und als ihm seine Leibwächter dabei helfen mussten, – mit dem Futeral, aber ohne Hose – auf den Rücksitz seiner Dienstlimousine zu klettern, gelang es ihr gerade noch ein Gähnen zu unterdrücken. Es gelang ihr jedoch nicht mehr, als sie ihm beim Wegfahren kurz nachwinkte.

Dann wandte sie sich wieder voller Hingabe der Tätigkeit zu, bei der sie durch die Ankunft des Fremden unterbrochen worden war: Dem Polieren und Wienern einer leeren Sauerkrautdose, die zufälligerweise die Grösse von Angela Kanzlerin von Merckels Kopf hatte.

Tja, so spielt das Leben. Ob auf Lolland oder anderswo ….

Ich hab die Schlagwortwolke aus dem Seitenstreifen mal rausgenommen. Die hat sich irgendwie selbst eingefroren, neue Schlagworte werden seit längerem nicht mehr aufgenommen. Scheint eine feste Größe/Anzahl von Schlagworten zu sein, die dargestellt wird.
Schon bei „Kiwi“ hat sie gestreikt … 😦

Irgendwie bringt das dann ja nix …

Man kann zwar zu seinem Artikel/Beitrag zwar immer noch Schlagworte eintragen, aber im Seitenstreifen erscheint dann halt nix mehr. Auch nicht schlimm, oder?

Eine Kollegin hat neulich die Patenschaft für zwei Salatsorten übernommen.

Hä? Wat dat denn?
Ich hab es mir mal auf der angegebenen Seite angeschaut: http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/
Wenn man die Patenschaft für eine Pflanzensorte (in diesem Jahr eben Salat) übernehmen möchte, erhält man Saatgut. Ziel ist es, aus den Pflanzen neues Saatgut zu gewinnen, sowie die Sorten auf Eignung am jeweiligen Standort zu überprüfen, denn: „Die von den Sortenlisten längst gestrichenen alten Sorten, insbesondere die Regional- und Landsorten, stellen ein Stück Kulturgeschichte dar.“ Es geht hier letztlich um die Erhaltung der Vielfalt. Ich finde das nicht übel, denn ich habe mich schon oft gefragt, ob es so sinnig ist, auch bei den Samen immer nur dieselben Sorten zu erhalten, egal ob Tomaten oder Möhren.

Anderes ausgefallenes Saatgut gibt es auch hier: http://www.dreschflegel-saatgut.de/gbrmbh/

Vielleicht lohnt es sich tatsächlich, über den Anbau regionaler Besonderheiten nachzudenken, um wieder mehr Vielfalt in die Gärten zu bringen.

Die Links habe ich einer Maildiskussion zum Thema LOHAS (Life of Health and Sustainability) bzw. Bio-Boom und Lebensstile entnommen, die letztlich durch diesen Artikel angestoßen wurde.

Ich bin weit davon entfernt ein Ökofreak zu sein, aber das finde ich doch interessant und wollte es euch nicht vorenhalten.

Aber wer weiß, vielleicht kultiviert ihr ja schon längst regionstypisches Obst und Gemüse?

Bei uns im Schloss ist ein Altenheim für Nonnen untergebracht, nebenan ist auch ein Wahnsinnsgarten den die Ladies bewirtschaften ich als ehemaliger Stadtfrack der keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht hat gehe da immer rüber um mich weiterzubilden hier kommt jetzt eine Anleitung um Samen in einer Art Tee vorquellen zu lassen.

Tee herstellen aus:

Regenwasser oder abgekochten Wasser dann Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn, Brennnessel

Menge: jeweils 1 Handvoll auf einen 10 Liter Eimer Wasser.

So gequollene Samen haben einen guten Start, Samen die nach 12-16 Stunden noch oben schwimmen sind taub und werden eingesammelt und kommen auf den Kompost.

Geeignet für Samen von:

Erbsen, Bohnen, Linsen, Gurken, Zucchini, Tomaten, Paprika, Lauch, Zwiebeln und alle Sommerblumen.

Melonen und Kürbisse steckt man allerdings in Molke.

Ein zusätzliches Bad in Schachtelhalmbrühe von 1-2 Stunden hilft gegen Pilzkrankheiten

Nein danke!

Atomkraftwerke sind nicht so umweltfreundlich wie die Gier der Energie-Mächtigen und der gekauften Lobby-Politiker uns glauben machen will.
Oberflächlich – wenn man nur den CO2-Ausstoß betrachtet … vielleicht.
Aber AKWs haben das Potential, ganze Landstriche unbewohnbar zu machen und eine Menge Leben auszulöschen. Krank machen sie heute schon, auch wenn das immer wieder bestritten wird.
(Eigentlich müssten das auch die Verantwortlichen wissen und zugeben, wenn sie ehrlich wären. Aber man will ja weiter gut verdienen …)

Mit fiel gerade mein Mylopa-Kapitel zum Thema „Tschernobyl“ in die Hände, und da hab ich beschlossen, auch euch diesen kurzen Auszug lesen zu lassen:

*

Schließlich kam der Tag, der mir ein Stück die Welt veränderte. Der Tag mit der Nachricht aus Tschernobyl. Ich weiß noch, mit welchem Gefühl ich am Morgen nach dem Fernsehbericht aus dem Haus ging. Ich sehe noch vor mir wie der Frühnebel über den Wiesen stand und den Tieren auf den Weiden die Beine wegretuschierte, sodass sie zu schweben schienen. Wie die Tautropfen an den jungen Grashalmen in der Sonne glitzerten, der Gesang der Vögel den Wald in einen riesigen Konzertsaal verwandelte, und wie die Stimmung voller Frieden schien.

Ich sah es und dachte gleichzeitig darüber nach, wie verlogen meine Wahrnehmung mir eine heile Welt vorgaukelte. Ließ die Hühner aus dem Stall und überlegte, ob das nicht zu gefährlich sei, ob man anschließend ihre Eier noch essen könne. Ich betrachtete die wiederkäuenden Schafe vor dem Sommerstall, die Gänse im Gras und machte mir Gedanken darüber, welcher Gefahr sie alle ausgesetzt waren. Jetzt und für viele Generationen danach.

Ich öffnete das Lattentor zwischen der Buchenhecke, ging in den Gemüsegarten und wusste, dass ich keine Blätter für den Tee, kein Schnittlauch für das Rührei zum Frühstück pflücken durfte.

Unfassbar für mich.

Wie in Trance lief ich an den Beeten entlang. Bückte mich nicht wie sonst, um zu berühren, zu fühlen, mich daran zu freuen, dass die frischen grünen Spitzen sich ein paar Millimeter weiter aus dem Boden geschoben hatten.

Ein unwirkliches Szenario, gespenstisch – wie in einem bösen Traum.
Alles wirkte äußerlich unverändert, nichts war anders als gestern, und doch schwebte über allem die unsichtbare Ungeheuerlichkeit, dass sich über Nacht jede Pflanze in eine giftstrotzende, gefährliche Zeitbombe verwandelt haben könnte.

Möglich war zu diesem Zeitpunkt alles, und neue Nachrichten lösten die Bedrohlichkeit der ersten nicht auf, fügten ihr eher Unfassbares hinzu, sodass mir im Augenblick alles sinnlos erschien.

Da zogen wir uns aufs Land zurück, weit weg von Kokereien, Zinkhütten und Cadmium-Möhren, flohen vor den Dreckschleudern des Ruhrpotts in ein relativ unbelastetes, sauberes Gebiet, steckten unsere Energie in dieses Land und in seine möglichst natürliche Bearbeitung, und dann knallte es irgendwo in der Welt, viele hundert Kilometer von uns entfernt, und Sprecher im Fernsehen gaben uns den dringenden Rat, in diesem Jahr besser die Finger vom Schnittlauch und von den Beeren zu lassen!
Wie lächerlich! Nur in diesem Jahr?

Aber klar doch. Die Menschen mit ihrem Hang, alles Negative und Besorgniserregende möglichst schnell zu vergessen, würden die nachfolgende Vegetation als völlig normal ansehen wollen. Nur weitermachen wie bisher, sich nicht von Unbequemlichkeiten und Umdenken aus den vermeintlichen Sicherheiten und Gewohnheiten reißen lassen.

Unbegreiflich – das alles, und doch erwartet. Nun war es geschehen, tatsächlich geschehen.

Mit einem Gefühl zwischen Angst, Trauer und Wut fragte ich mich, wie Menschen nur den Mut zu einer Technologie aufbrachten, die mit ihrem unüberschaubaren, das Risiko völliger Vernichtung einschließenden Potential – über ungeheure Zeiträume hinweg – das Leben vieler Generationen der eigenen und anderer Arten auf unserem gesamten Planeten gefährdete. Dreißigtausend Jahre Halbwertzeit für Caesium, hatten sie gesagt. Dreißigtausend!

Jesus von Nazareth war gerade mal zweitausend Jahre lang tot. Eine irrsinnig lange Zeit für uns Menschen, doch wie lächerlich wenig im Vergleich zu der Zeit, in der dieser radioaktive Stoff etwa die Hälfte von seiner Gefährlichkeit verloren haben würde.“ …

*

Nach dieser schrecklichen Erfahrung wünsche ich mir ganz dringend, dass die Laufzeiten unserer Atomkraftwerke AUF KEINEN FALL verlängert werden. Und schon gar nicht mit der fadenscheinigen Begründung, dass damit das Klima gerettet werden könnte. Außerdem soll niemand glauben, dass eine solche Verlängerung den Strom billiger machen würde. Der müsste eigentlich JETZT schon billiger sein, da die Monopol-Konzerne die Immissionsrechte von der Politik kostenlos in den Allerwertesten geschoben bekommen haben. Seltsam nur, dass diese nie bezahlten Kosten bei der Stromberechnung mit auftauchen …
Verbrecher!

Es muss endlich Schluss sein mit dieser lebensbedrohlichen Technologie (für die es bis heute kein Entsorgungskonzept gibt, und die von Menschen bedient wird, die nun mal Fehler machen), Schluss mit den immensen Einnahmen der Energiekonzerne und damit, dass man Menschen, die gegen den Einsatz der Atomkraft sind, als „Ideologen“ abwertet und diffamiert und versucht, die Bürger durch Lügen und falsche Preisversprechen zu verdummen …
SCHLUSS!

Hier ein Spiegel-Artikel zum 20. Jahrestag der Katastrophe im Jahr 2006.

Erinnert auch ihr euch an diese Tage um den 26. April 1986?
Wie habt ihr euch damals mit dieser Nachricht gefühlt?

Der Michi-Mann & ich haben neulich eine kleine Veränderung an unserer Kiwilaube vorgenommen.

Hier einige „Vorher“-Bilder:

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Blick aus der Kiwilaube im April 2008 – vorbei auch an der derzeit gerade so hübsch blühenden Kamelie.

Die Pflasterung war ordentlich zusammengesackt und ziemlich buckelig geworden. Man kann noch sehen, wo die Regenpfützen sich am längsten hielten. 😉
An der Stelle war früher mal ein Hochbeet, von dem ganz unten im Boden nach einigen Jahren die sperrigeren Teile wohl endgültig verrottet waren …

Hier vom Weg zur Kiwilaube aus:

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Das war im Mai 2008 – Fingerhut- und Salbeiblüten-Zeit.

Und hier eine Frontal-Aufnahme aus dem letzten Sommer 2007 – ein neueres Foto hab ich auf die Schnelle nicht gefunden:

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So, und nun kann man sich hier in einer Picasa-Diaschau ansehen, was wir während der letzten Wochen daran herumgewerkelt haben (aufs kleine Bild klicken und „Diaschau“ auswählen):

Rollrasen statt Pflastersteine