August 2008


Ich hab die Schlagwortwolke aus dem Seitenstreifen mal rausgenommen. Die hat sich irgendwie selbst eingefroren, neue Schlagworte werden seit längerem nicht mehr aufgenommen. Scheint eine feste Größe/Anzahl von Schlagworten zu sein, die dargestellt wird.
Schon bei „Kiwi“ hat sie gestreikt … 😦

Irgendwie bringt das dann ja nix …

Man kann zwar zu seinem Artikel/Beitrag zwar immer noch Schlagworte eintragen, aber im Seitenstreifen erscheint dann halt nix mehr. Auch nicht schlimm, oder?

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Eine Kollegin hat neulich die Patenschaft für zwei Salatsorten übernommen.

Hä? Wat dat denn?
Ich hab es mir mal auf der angegebenen Seite angeschaut: http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/
Wenn man die Patenschaft für eine Pflanzensorte (in diesem Jahr eben Salat) übernehmen möchte, erhält man Saatgut. Ziel ist es, aus den Pflanzen neues Saatgut zu gewinnen, sowie die Sorten auf Eignung am jeweiligen Standort zu überprüfen, denn: „Die von den Sortenlisten längst gestrichenen alten Sorten, insbesondere die Regional- und Landsorten, stellen ein Stück Kulturgeschichte dar.“ Es geht hier letztlich um die Erhaltung der Vielfalt. Ich finde das nicht übel, denn ich habe mich schon oft gefragt, ob es so sinnig ist, auch bei den Samen immer nur dieselben Sorten zu erhalten, egal ob Tomaten oder Möhren.

Anderes ausgefallenes Saatgut gibt es auch hier: http://www.dreschflegel-saatgut.de/gbrmbh/

Vielleicht lohnt es sich tatsächlich, über den Anbau regionaler Besonderheiten nachzudenken, um wieder mehr Vielfalt in die Gärten zu bringen.

Die Links habe ich einer Maildiskussion zum Thema LOHAS (Life of Health and Sustainability) bzw. Bio-Boom und Lebensstile entnommen, die letztlich durch diesen Artikel angestoßen wurde.

Ich bin weit davon entfernt ein Ökofreak zu sein, aber das finde ich doch interessant und wollte es euch nicht vorenhalten.

Aber wer weiß, vielleicht kultiviert ihr ja schon längst regionstypisches Obst und Gemüse?

Bei uns im Schloss ist ein Altenheim für Nonnen untergebracht, nebenan ist auch ein Wahnsinnsgarten den die Ladies bewirtschaften ich als ehemaliger Stadtfrack der keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht hat gehe da immer rüber um mich weiterzubilden hier kommt jetzt eine Anleitung um Samen in einer Art Tee vorquellen zu lassen.

Tee herstellen aus:

Regenwasser oder abgekochten Wasser dann Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn, Brennnessel

Menge: jeweils 1 Handvoll auf einen 10 Liter Eimer Wasser.

So gequollene Samen haben einen guten Start, Samen die nach 12-16 Stunden noch oben schwimmen sind taub und werden eingesammelt und kommen auf den Kompost.

Geeignet für Samen von:

Erbsen, Bohnen, Linsen, Gurken, Zucchini, Tomaten, Paprika, Lauch, Zwiebeln und alle Sommerblumen.

Melonen und Kürbisse steckt man allerdings in Molke.

Ein zusätzliches Bad in Schachtelhalmbrühe von 1-2 Stunden hilft gegen Pilzkrankheiten

Nein danke!

Atomkraftwerke sind nicht so umweltfreundlich wie die Gier der Energie-Mächtigen und der gekauften Lobby-Politiker uns glauben machen will.
Oberflächlich – wenn man nur den CO2-Ausstoß betrachtet … vielleicht.
Aber AKWs haben das Potential, ganze Landstriche unbewohnbar zu machen und eine Menge Leben auszulöschen. Krank machen sie heute schon, auch wenn das immer wieder bestritten wird.
(Eigentlich müssten das auch die Verantwortlichen wissen und zugeben, wenn sie ehrlich wären. Aber man will ja weiter gut verdienen …)

Mit fiel gerade mein Mylopa-Kapitel zum Thema „Tschernobyl“ in die Hände, und da hab ich beschlossen, auch euch diesen kurzen Auszug lesen zu lassen:

*

Schließlich kam der Tag, der mir ein Stück die Welt veränderte. Der Tag mit der Nachricht aus Tschernobyl. Ich weiß noch, mit welchem Gefühl ich am Morgen nach dem Fernsehbericht aus dem Haus ging. Ich sehe noch vor mir wie der Frühnebel über den Wiesen stand und den Tieren auf den Weiden die Beine wegretuschierte, sodass sie zu schweben schienen. Wie die Tautropfen an den jungen Grashalmen in der Sonne glitzerten, der Gesang der Vögel den Wald in einen riesigen Konzertsaal verwandelte, und wie die Stimmung voller Frieden schien.

Ich sah es und dachte gleichzeitig darüber nach, wie verlogen meine Wahrnehmung mir eine heile Welt vorgaukelte. Ließ die Hühner aus dem Stall und überlegte, ob das nicht zu gefährlich sei, ob man anschließend ihre Eier noch essen könne. Ich betrachtete die wiederkäuenden Schafe vor dem Sommerstall, die Gänse im Gras und machte mir Gedanken darüber, welcher Gefahr sie alle ausgesetzt waren. Jetzt und für viele Generationen danach.

Ich öffnete das Lattentor zwischen der Buchenhecke, ging in den Gemüsegarten und wusste, dass ich keine Blätter für den Tee, kein Schnittlauch für das Rührei zum Frühstück pflücken durfte.

Unfassbar für mich.

Wie in Trance lief ich an den Beeten entlang. Bückte mich nicht wie sonst, um zu berühren, zu fühlen, mich daran zu freuen, dass die frischen grünen Spitzen sich ein paar Millimeter weiter aus dem Boden geschoben hatten.

Ein unwirkliches Szenario, gespenstisch – wie in einem bösen Traum.
Alles wirkte äußerlich unverändert, nichts war anders als gestern, und doch schwebte über allem die unsichtbare Ungeheuerlichkeit, dass sich über Nacht jede Pflanze in eine giftstrotzende, gefährliche Zeitbombe verwandelt haben könnte.

Möglich war zu diesem Zeitpunkt alles, und neue Nachrichten lösten die Bedrohlichkeit der ersten nicht auf, fügten ihr eher Unfassbares hinzu, sodass mir im Augenblick alles sinnlos erschien.

Da zogen wir uns aufs Land zurück, weit weg von Kokereien, Zinkhütten und Cadmium-Möhren, flohen vor den Dreckschleudern des Ruhrpotts in ein relativ unbelastetes, sauberes Gebiet, steckten unsere Energie in dieses Land und in seine möglichst natürliche Bearbeitung, und dann knallte es irgendwo in der Welt, viele hundert Kilometer von uns entfernt, und Sprecher im Fernsehen gaben uns den dringenden Rat, in diesem Jahr besser die Finger vom Schnittlauch und von den Beeren zu lassen!
Wie lächerlich! Nur in diesem Jahr?

Aber klar doch. Die Menschen mit ihrem Hang, alles Negative und Besorgniserregende möglichst schnell zu vergessen, würden die nachfolgende Vegetation als völlig normal ansehen wollen. Nur weitermachen wie bisher, sich nicht von Unbequemlichkeiten und Umdenken aus den vermeintlichen Sicherheiten und Gewohnheiten reißen lassen.

Unbegreiflich – das alles, und doch erwartet. Nun war es geschehen, tatsächlich geschehen.

Mit einem Gefühl zwischen Angst, Trauer und Wut fragte ich mich, wie Menschen nur den Mut zu einer Technologie aufbrachten, die mit ihrem unüberschaubaren, das Risiko völliger Vernichtung einschließenden Potential – über ungeheure Zeiträume hinweg – das Leben vieler Generationen der eigenen und anderer Arten auf unserem gesamten Planeten gefährdete. Dreißigtausend Jahre Halbwertzeit für Caesium, hatten sie gesagt. Dreißigtausend!

Jesus von Nazareth war gerade mal zweitausend Jahre lang tot. Eine irrsinnig lange Zeit für uns Menschen, doch wie lächerlich wenig im Vergleich zu der Zeit, in der dieser radioaktive Stoff etwa die Hälfte von seiner Gefährlichkeit verloren haben würde.“ …

*

Nach dieser schrecklichen Erfahrung wünsche ich mir ganz dringend, dass die Laufzeiten unserer Atomkraftwerke AUF KEINEN FALL verlängert werden. Und schon gar nicht mit der fadenscheinigen Begründung, dass damit das Klima gerettet werden könnte. Außerdem soll niemand glauben, dass eine solche Verlängerung den Strom billiger machen würde. Der müsste eigentlich JETZT schon billiger sein, da die Monopol-Konzerne die Immissionsrechte von der Politik kostenlos in den Allerwertesten geschoben bekommen haben. Seltsam nur, dass diese nie bezahlten Kosten bei der Stromberechnung mit auftauchen …
Verbrecher!

Es muss endlich Schluss sein mit dieser lebensbedrohlichen Technologie (für die es bis heute kein Entsorgungskonzept gibt, und die von Menschen bedient wird, die nun mal Fehler machen), Schluss mit den immensen Einnahmen der Energiekonzerne und damit, dass man Menschen, die gegen den Einsatz der Atomkraft sind, als „Ideologen“ abwertet und diffamiert und versucht, die Bürger durch Lügen und falsche Preisversprechen zu verdummen …
SCHLUSS!

Hier ein Spiegel-Artikel zum 20. Jahrestag der Katastrophe im Jahr 2006.

Erinnert auch ihr euch an diese Tage um den 26. April 1986?
Wie habt ihr euch damals mit dieser Nachricht gefühlt?

Der Michi-Mann & ich haben neulich eine kleine Veränderung an unserer Kiwilaube vorgenommen.

Hier einige „Vorher“-Bilder:

1-April08 kiwilaube1

Blick aus der Kiwilaube im April 2008 – vorbei auch an der derzeit gerade so hübsch blühenden Kamelie.

Die Pflasterung war ordentlich zusammengesackt und ziemlich buckelig geworden. Man kann noch sehen, wo die Regenpfützen sich am längsten hielten. 😉
An der Stelle war früher mal ein Hochbeet, von dem ganz unten im Boden nach einigen Jahren die sperrigeren Teile wohl endgültig verrottet waren …

Hier vom Weg zur Kiwilaube aus:

30Mai08 fh2

Das war im Mai 2008 – Fingerhut- und Salbeiblüten-Zeit.

Und hier eine Frontal-Aufnahme aus dem letzten Sommer 2007 – ein neueres Foto hab ich auf die Schnelle nicht gefunden:

kiwilaubeaug07

So, und nun kann man sich hier in einer Picasa-Diaschau ansehen, was wir während der letzten Wochen daran herumgewerkelt haben (aufs kleine Bild klicken und „Diaschau“ auswählen):

Rollrasen statt Pflastersteine

Am letzten Freitag in der Innenstadt von Aschaffenburg: ich saß kurz vor Mittag gemütlich im Straßencafé am Rand der Fußgängerzone und hatte eine große Tasse Cappuccino und ein Buch vor mir. Die wenigen Bäume in der Nähe hatten durch die lange Trockenheit schon ein ganz kleines bisschen Laub verloren, und der Mitarbeiter der Stadtwerke fegte sehr geschäftig wirkend, leidenschaftlich lächelnd und lautstark mit seinem motorisierten Gerät über den Gehweg.

Durch diese nervende Geräuschkulisse aus den tiefsten Tiefen meines Buches gerissen, dachte ich über Alternativen zu den Laubsaugern nach.

Könnte der hochgradig arbeitsam erscheinende Mann nicht einen normalen Straßenbesen nehmen und den Lärm, der für ihn anscheinend nötig ist, um sich seine große Bedeutung für die „Allgemeinheit“ zu beweisen, über die Kopfhörer eines Walkmans zuführen?