Mitgliederprojekte


Ein weiterer Sonntag auf Lolland. Der Herbst kündigt sich unübersehbar an, die Tage werden merklich kürzer, der Wind fegt über die unendlichen Stoppelfelder vor dem Haus und rauscht im Wald hinter dem Haus.

Und genau rechtzeitig zum Herbst wurde auch das Erntebier fertig. Am Donnerstag habe ich die erste Charge, ca 25 hl (= 2500 ltr) filtriert und um die Fassfüllanlage auszuprobieren, gleich mal 5 kleine Fässer abgefüllt. Das Bier erfreut sich eines regen Zuspruchs (und es schmeckt auch ausserordentlich gut) , am kommenden Freitag ist auf Krenkerup Gut das Ernteabschlussfest, da müssen noch ein paar mehr Fässer abgefüllt werden.

120 hl Pilsner habe ich auch schon in den Lagertanks und was man nach 2 Wochen Lagerzeit sagen kann ist (in meinen Worten): Öha, sauber, nicht zu verachten, dabei sollte man länger verweilen.

Seit letzter Woche gärt und blubbert das Weissbier vor sich hin und verbreitet ein verführerisch-herzzerreissenden Duft, der meilenweit von dem Erdinger-Franziskaner-Plempel entfernt ist. Am Montag und Dienstag mache ich noch zwei weitere Weissbiersude und danach wird’s Zeit für Julebryg, das Weihnachtsbier. Es wird Bockbierqualität haben, also 6,0 – 6,5 % Alkohol, dunkelrotbraun glänzen und – so will’s der Däne gerne – nach Lebkuchengewürz duften.

Ich setze mal ein Bild rein, wo ich vor dem Sudkessel stehe und Hopfen – Hallertauer Nordbrauer – in den Sud gebe.

Sachte rieselt der Hallertauer Hopfen

Sachte rieselt der Hallertauer Hopfen

Auch im Leben von Frl Boria und ihrem Sandkastengefährten Ulrich hat sich wieder einiges getan. Die ganze Fülle eines unberechenbaren Lebens ist über sie hereingebrochen. Wie immer haben sie alle alle Unabwägbarkeiten des Schicksals mit einem Achselzucken gemeistert.

Es folgt der fünfte, sechste, siebte und achte Teil ( von geschätzten 523.)

5. Teil

Weil das Medizinstudium, das er inzwischen aufgenommen hatte um die tiefen Wunden im Bein seines Vaters zu heilen, Ulrich keinesfalls auslastete begann er – unendlich filgran – sich eine Modelleisenbahn aus einer Runkelrübe zu schnitzen. Sie lief mit Gleichstrom und konnte pfeifen und tuten und sogar kurze Strecken unter Wasser zurücklegen. Dafür entgleiste sie an jeder Weiche, die Ulrich aus steinhartem Mürbteig tausendstelmillimetergenau herausgefräst hatte. Als die Zeit gekommen war, um zu promovieren, und Ulrich durch seine Doktorarbeit einmal eine Minute lang abgelenkt war ( der Kugelschreiber war ihm heruntergefallen) fuhr der hinterhältige Grasfrosch mit dem Runkelrübenzug auf und davon. Wahrscheinlich – vermutete Ulrich seufzend – fuhr er in die weite Welt hinaus. In Wirklichkeit jedoch nur bis zur nächsten Weiche.

Ulrich, jedoch, promovierte wieder einmal spielend mit suma cum laude mit folgender Arbeit: „Über die Vernachlässigbarkeit von Brandlöchern in den vorderen linken und rechten Stirnlappen.“

Eine Arbeit, die in Fachkreisen für viel Aufsehen sorgte. Ulrich wurde von Seminar zu Seminar, und von Kongress zu Kongress durchgereicht, was ihn zeitlich so in Anspruch nahm, dass er – wie er sich schmunzelnd eingestehen musste – sowieso kaum Zeit gehabt hätte, mit seiner Modelleisenbahn zu spielen.

6. Teil

Nachdem Ulrich der Job als Landwirtschaftsminister eines grossen mitteleuropäischen Landes ( unter der harten Knute der eisernen Kanzlerin A. v. M.) zu langweilen begann, liess er sich – während der Dienstzeit! – zum Vorwerck-Vertreter umschulen. Das erwies sich als schwieriger als erwartet. Obwohl sein Schreibtisch, seine Aktenablage, seine Konferenzsesselgarnitur, seine Kreissäge, seine Blechstanze, sein Hammerwerk- kurz, sein gesamtes Ministerialbüro – mittlerweile von einer fingerdicken Staubschicht bedeckt war, gelang es Ulrich nicht, auch nur ein Gran Staub einzusaugen. Seine Sekretärin, Frl. Doria, die gleichzeitig sein vielbestauntes Kebsweib war, brachte ihn mit ihrem Vorschlag, erst einmal Steckdosen im Ministerium zu installieren, einem erfolgreichen Staubsaugervertreterkursusabschluss einen beträchtlichen Schritt näher. ( Und Ulrich konnte am Ende als Lehrgangsbester ein weiteres goldumrandetes Diplom einheimsen.)

Da das Landwirtschaftsministerium in einer riesigen Staubwolke verschwunden war und auf Monate hin unauffindbar blieb, hatte Ulrich Zeit, auf Wanderschaft zu gehen und Staubsauger, Beutel, Saugdüsen sowie weiteres Zubehör, das sich einigermassen passgenau aus Runkelrüben schnitzen liess, vor den Haustüren der Nation anzupreisen

In der Praxis musste sich Ulrich erst noch bewähren, denn es fiel ihm schwer, den Schmerz jener Menschen zu verstehen, in deren handgeknüpfte Perser er zeitungsblattgrosse kahle Stellen fräste oder denen das Verschwinden ihrer Hauskatze im neuen Maxi-Power-Saug nicht egal war. Wenn er ihren Schmerz auch nicht nachvollziehen konnte, so bekam er doch grossen Respekt vor ihrer Wut.

7. Teil

Wegen seiner grossen Verdienste für die Reinheit der Nation wird Ulrich auf Betreiben der Kanzlerin ( Kanzlerin der Reinheit) an’s Finanzministerium versetzt. Da wird er – als Einserjurist – mit einer Reform des Verwaltungsapparats beauftragt, was gleichzusetzen ist mit der Aufgabe, den Kantinenwochenplan juristisch wasserdicht abzufassen. Bei dieser Aufgabe fällt Ulrich auf, dass dieses Jahr, bei unverändertem Verteilermodus, der wöchentliche Betriebsausflug zweimal nach Acapulco führen würde. Eine Wiederholung, die die entsetzliche Langeweile, die im Ministerium herrschte, auf ein unerträgliches Mass steigern würde. Als Ulrich die zweite Acapulco-Fahrt durch einen Radausflug in den Spreewald ersetzt, kommt es auf Abteilungsleiterebene zu fragenden Blicken, die leicht in offen geäusserte Kritik hätte umschlagen können. Bevor es jedoch zu tumultartigen Szenen wie lautes Türenknallen und Papierkorbtreten kommen konnte, gebot Ulrich dem mit einem ruckartigen Heben und langsamen Senken seiner Augenbraue Einhalt.

Ulrich hatte ja – wie bekannt – die Jagdgehilfenprüfung mit einem Schnitt von 4,49 klar bestanden, und war somit berechtigt, ständig zwei geladene, grosskalibrige Waffen mit sich zu führen. Zahlreiche Einschüsse in Decken und Wänden des Ministeriums zeugten davon, dass Ulrich dieses Recht die Waffen zu führen, eigenhändig um das Recht erweitert hatte, die Waffen bei jeder Gelegenheit auch auszuprobieren. Aus alter Gewohnheit hatte er in jedem Stiefelschaft 2 scharfgeschliffene Wurfmesser stecken, im Gürtel steckte ein ellenlanger Ochsenziemer und der Stachelstern seines Streitkolbens, den er hinter sich herschleift, hatte schon zehentiefe Rillen im Walnussparkett der Ministeriumsflure hinterlassen.

8. Teil

Frl. Boria lag wieder einmal völlig desorientiert auf dem weichen Rasen beim Seerosenteich. Mit einem Unbekannten hatte sie Täler und Höhen des ewigen Spiels von Mann und Frau durchschritten. Von den Gipfeln höchster entfesselter Rattigkeit hinunter in die Täler tiefster Leidenschaft und wieder sanft hinübergleitend zu den rosa Hügeln schmachtender Romantik.

Der Fremde, der sich im kurzen Moment höchster Wollust knapp als „Steineier“ vorgestellt hattte, hatte eine lächerlich kleine Brille auf und selbst noch in den abklingenden Zuckungen eines für ihn wohl schmerzhaften Orgasmusses hielt er die Augenbrauen zu einem eulenhaften Glotzen hochgezogen.

Als sie nach 6 Stunden anfing des Liebesspiels überdrüssig zu werden, stellte Frl. Boria dem nun unerwünschten Gast die üblichen Forderungen. Aber auf erstens, bring mir eine Schlosspackung Staubsaugerbeutel, hatte er weinerlich geantwortet, das könne er nicht, die halte seine Frau, die hochgeschätzte Frau Steineier, unter strengster Verwahrung, und auf zweitens, bring mir den Kopf von Angela Kanzlerin von Merckel, war er wimmernd zusammengebrochen und mit angstverzerrtem Gesicht, tränenüberströmt, geflüstert: Das traue er sich nicht!

Ach, seufzte sie wehmütig, während sie wieder in ihre weisse Latzhose schlüpfte, wie so ganz anders hätte ihr Sandkastengefährte Ulrich reagiert.

Als Steineier nicht aufhören wollte, hemmungslos zu wimmern und bereits anfing sich mit blossen Händen ein Rasengrab zu schaufeln, kramte sie aus ihrem Botoxpompadour eine gefüllte 10 ml-Spritze hervor und vergrösserte seine dünnen Lippen auf das Dreifache. Nun passten sie für einen – wenn auch kleinen – Lippenpflock, den sie seit Jahren in ihrem Lippenpflockpompadour mit herumschleppte. Und auf Stimmigkeit der gesamtpersönlichen Erscheinung bedacht, flocht sie ihm aus Schilf vom Seerosenteich ein Ton in Ton gemustertes Penisfuteral – 2 Meter lang – , das sie ihm sogleich anlegte.

Nicht ohne Interesse, wenn auch distanziert, schaute sie dann zu, wie er im Gras nach seiner klitzekleinen Brille suchte und dabei immer wieder über sein Penisfuteral stolperte oder gar darauf herumtrampelte. Und als ihm seine Leibwächter dabei helfen mussten, – mit dem Futeral, aber ohne Hose – auf den Rücksitz seiner Dienstlimousine zu klettern, gelang es ihr gerade noch ein Gähnen zu unterdrücken. Es gelang ihr jedoch nicht mehr, als sie ihm beim Wegfahren kurz nachwinkte.

Dann wandte sie sich wieder voller Hingabe der Tätigkeit zu, bei der sie durch die Ankunft des Fremden unterbrochen worden war: Dem Polieren und Wienern einer leeren Sauerkrautdose, die zufälligerweise die Grösse von Angela Kanzlerin von Merckels Kopf hatte.

Tja, so spielt das Leben. Ob auf Lolland oder anderswo ….

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Bei uns im Schloss ist ein Altenheim für Nonnen untergebracht, nebenan ist auch ein Wahnsinnsgarten den die Ladies bewirtschaften ich als ehemaliger Stadtfrack der keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht hat gehe da immer rüber um mich weiterzubilden hier kommt jetzt eine Anleitung um Samen in einer Art Tee vorquellen zu lassen.

Tee herstellen aus:

Regenwasser oder abgekochten Wasser dann Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn, Brennnessel

Menge: jeweils 1 Handvoll auf einen 10 Liter Eimer Wasser.

So gequollene Samen haben einen guten Start, Samen die nach 12-16 Stunden noch oben schwimmen sind taub und werden eingesammelt und kommen auf den Kompost.

Geeignet für Samen von:

Erbsen, Bohnen, Linsen, Gurken, Zucchini, Tomaten, Paprika, Lauch, Zwiebeln und alle Sommerblumen.

Melonen und Kürbisse steckt man allerdings in Molke.

Ein zusätzliches Bad in Schachtelhalmbrühe von 1-2 Stunden hilft gegen Pilzkrankheiten

Der Michi-Mann & ich haben neulich eine kleine Veränderung an unserer Kiwilaube vorgenommen.

Hier einige „Vorher“-Bilder:

1-April08 kiwilaube1

Blick aus der Kiwilaube im April 2008 – vorbei auch an der derzeit gerade so hübsch blühenden Kamelie.

Die Pflasterung war ordentlich zusammengesackt und ziemlich buckelig geworden. Man kann noch sehen, wo die Regenpfützen sich am längsten hielten. 😉
An der Stelle war früher mal ein Hochbeet, von dem ganz unten im Boden nach einigen Jahren die sperrigeren Teile wohl endgültig verrottet waren …

Hier vom Weg zur Kiwilaube aus:

30Mai08 fh2

Das war im Mai 2008 – Fingerhut- und Salbeiblüten-Zeit.

Und hier eine Frontal-Aufnahme aus dem letzten Sommer 2007 – ein neueres Foto hab ich auf die Schnelle nicht gefunden:

kiwilaubeaug07

So, und nun kann man sich hier in einer Picasa-Diaschau ansehen, was wir während der letzten Wochen daran herumgewerkelt haben (aufs kleine Bild klicken und „Diaschau“ auswählen):

Rollrasen statt Pflastersteine

Heute ist ein richtiger dänischer Sommertag auf Lolland. Sonnig, windig, warm. Strahlend blauer Himmel von Hydesby über Rosenlund bis Døllefjelde. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass hier an vielen Häusern Stockrosen wachsen, auch an unserem Haus haben uns unsere Vorgänger eine kleine Zeile hinterlassen. Sie sind schon z.T. 2 Meter hoch und ich habe sie festgebunden, weil sie sonst der Wind knickt. Ausserdem habe ich sie abgemalt. Mal schauen ob ich das Bild jetzt richtig einfügen kann.

Die hohen Stockrosen, die gerne von Hummeln besucht werden.

Die hohen Stockrosen, die gerne von Hummeln besucht werden.

Scheint zu klappen. Aber das Bild ist ein bisschen blass.

Naja, schreib ich mal weiter.

Mit zur Hochsommerstimmung trägt auch bei, dass schon die ersten abgeernteten Getreidefelder zu sehen sind, meistens Gerste, Wintergerste. Die Sommergerste, die Braugerste, braucht noch ein bisschen länger. Sobald die Brauerei abgenommen ist, übernächste Woche, soll ich u.a. auch ein Erntebier, das auf dänisch høst øl heisst, brauen. Es soll das Malz aller Getreidesorten, also Gersten-, Weizen-, Roggen- und Hafermalz enthalten, aber nicht zu stark sein, sondern ein leichteres Sommerbier mit 10% Stammwürze und 4,2% Alkohol. Das ist wieder einmal eine schöne Aufgabe. Das Hafermalz war gar nicht so leicht aufzutreiben, ich habe schliesslich 50 kg von einer kleinen Mälzerei in England bekommen, die des für oatmeal stout mälzen. Dazu kann ich wieder ein Bild reinhängen:

Hafermalz und Rauchmalz für's høst øl.

Hafermalz und Rauchmalz für's høst øl.

Das Rauchmalz nehme ich auch mit dazu, weil es dem Bier einen guten Körper gibt. Der Rauchgeschmack kommt dabei nicht durch, weil ich nur ca 5% zugebe. Der grösste Teil wird Wiener Malz sein, das gibt dem Bier eine golden-hellbraune Farbe. Bei einem Bier mit so niedriger Stammwürze ist es wichtig, dass es einen guten Körper hat und nicht wässrig schmeckt.

Links das Hafer-, rechts das Gerstenmalz

Links das Hafer-, rechts das Gerstenmalz

Und so sieht mein Malzlager aus: In einem der grossen Säcke sind 600 kg, reicht für 2 Sude.

600 kg Pilsner Malz sind in jedem der grossen Säcke.

600 kg Pilsner Malz sind in jedem der grossen Säcke.

Genug gebraut. Schliesslich hat Ulrich in der Zwischenzeit auch etwas erlebt:

Ulrich, der inzwischen eine Stelle als Landwirtschaftsminister angetreten hat, ist gerade dabei seinen Vater aus der Bärenfalle zu befreien, als ein Telgramm eintrifft:

An Boria von Tuntentaxi +++ Dringend+++Eilt!!!!+++Wichtig. Ulrich wollte es gerade wegwerfen, als er stutzte. Wer wagte es, ihn mit einem fremden Namen, (der ihm jedoch bekannt vorkam), anzusprechen bzw anzuschreiben. Er buchstabierte weiter, was da auf dem Zettel stand. Als die Sonne nur noch eine Handbreit über dem Horizont stand und das laute Klagen seines Vaters längst in ein unartikuliertes Wimmern übergegangen war, hatte er den Text entziffert und auch einigermassen verstanden: Eilt. Dringend. Wichtig. Wertes Frl v. T., danke fuer die Einladung zum Tee. Stop. Ankomme baldigst, spaetestens abends, ggf. morgens, sonst evtl noch spaeter. Stop. Abholung Bahnsteig oder Bushaltestelle erbeten. Stop. Angela Kanzlerin v. Merckel.

Ulrich runzelte die Stirne. Wer war diese Person, die ihn da mit falschem Namen ansprach und sich im gleichen Atemzug selbst zum Tee einlud? Er glaubte sich zu erinnern, dass die Teekanne seit Jahren leer war und auch der Tee in der Tasse daneben war doch längst eingetrocknet. Hatte sich nicht sein Vater einen Tee aufgebrüht, ehe er zur Bärenjagd aufgebrochen war. Das war vor ca 3 -5 Jahren gewesen.

Er blickte auf seinen Vater im Fangeisen hinab, dessen gebrochene Augen schon beträchtlich an Glanz verloren hatten. Sah er nicht ermattet und leidend aus? Sein eigener Vater, dem Tode geweiht!

Schnell bückte er sich und befreite ihn aus dem schmerzhaften Griff der eisernen Fangzähne, die schon bis auf den Knochen gebissen hatten. Erleichtert seufzte der alte Mann auf. Und Arm in Arm, scherzend und singend, wanderten sie auf dem fast vergessenen, gleichwohl vielbegangenen Pfad, der vom Park geradewegs in eine übelbeleumundete Kascheme führte.

Aus dem Blattdickicht funkelte ein Paar roter Froschaugen hinter ihnen her.

Soweit der 5. Teil meines bisher unveröffentlichten Romans. Der 6. Teil leitet eine dramatische Wende ein.

Und zum Schluss noch:

2 Blüten mit Insekten

2 Blüten mit Insekten


Regen auf lolland ist an sich nicht der Rede wert, denn auf einer Insel regnet es immer wieder mal. Eine Wolke zieht darüber und entweder -platsch! alles ist schlagartig nass, oder -piesel, piesel! alles wird so nach und nach nass. Aber das geht auch nach kurzer Zeit vorbei, weil die Wolke ja weiterzieht. Ganz selten, dass es mal einen ganzen Tag lang regnet ohne dass wenigstens einmal der blaue Himmel durchblitzt.

Für einen Binnenländer ist dieses Wetter aber trotzdem nicht so leicht einzuschätzen. Freitag und gestern war sehr regnerisch, und heute morgen schien es so weitermachen zu wollen, also fuhren wir nicht nach Maribo (nicht verwandt oder verschwägert mit Haribo oder Maribor) zum Jazzfestival sondern kramten unsere Hausarbeiten hervor. Die Dani ihre Stricknadeln und ich Papier, Bleistift und Pinsel.

Erst einmal habe ich wieder Möwen gemalt:

Dann habe ich weiter an meinen fränkischen Adress- und Telefonbuch gearbeitet.

Und für B wie Bamberg, Bier und Biergarten (der in Bamberg aber Bierkeller heisst) nehme ich dieses Bild:

Dann ist mir für den Frankenwald, wo sich bekanntlich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen wieder ein altes Motiv eingefallen. Ein Fuchs und ein Hase sind schnell auf Packpaier gemalt und eingescannt. Das Mondlicht habe ich mit dem Gimp-Pinsel gemalt.

Den Hintergrund habe ich auch mit Gimp gestaltet. Könnten Fuchs und Hase stilvoller Gute Nacht sagen?

Und der Packpapieruhu schaut auch in's Land hinaus

Und der Packpapieruhu schaut auch in's Land hinaus

Inzwischen ist wieder strahlend blauer Himmel mit ein paar weissen Tupfern auf der Lolland-Ostseite, schaut man aber auf die Westseite kommen schon wieder tiefe graue Wolken dahergerumpelt. Dem lustigen Lumpi wird’s auch langsam zu blöd. Raus aus der Hütte, rein in die Hütte. (Er ist nämlich der Prototyp des Ausser-Haus-Hundes)
Vielleicht sollte ich noch ein paar Zeilen für meinen Frl. Boria – Roman schreiben. So endete der letzte Teil:

Nachdem seine Schmerzenschreie in der Weite des Parks verhallt waren und sich eine graugelbe Rauchdecke wie Abendnebel auf der glatten Oberfläche des Seerosenteichs ausgebreitet hatte, musste Ulrich seine Gedanken neu ordnen.

Aber schon drangen neue Forderungen auf ihn ein: „Bring mir den Kopf von Angela Kanzlerin von Merckel!“

Und damit nicht genug:

„Und eine Schlosspackung Staubsaugerbeutel“

Und jetzt setzt die Fortsetzung ein:

Da meldete sich auch der Grasfrosch – der sich natürlich nur totgestellt hatte – zu Wort:

„Sollten wir nicht vorher eine Weltreise unternehmen? Wir könnten unsere Bobbycars nehmen, dann geht es schneller.“

Oh, wie glänzten da die Augen, alle Niedergeschlagenheit war wie weggeblasen, alle Last von den Schultern geworfen. Ulrich versuchte sich zu erinnern, wo er sein Bobbycar geparkt hatte. Hinterm Haus? In der Tiefgarage? Im Halteverbot? Es gelang ihm nicht. Denn das Flammeninferno, das ihm seiner gepflegten Nasenhaare beraubt hatte, war auch, wie in einem Kamin, die Nasenlöcher hochgetobt, und hatte 2 nicht unerhebliche Löcher in die schlaffe graue Masse gebrannt, die mitten im Wege lag. Es war genau diese Masse, die Ulrich für sein Gehirn hielt und mit der er auch zu denken versuchte. Die beiden verkohlten Löcher beeinträchtigten diese Fähigkeit jedoch nicht im geringsten.

Er sah den Frosch jubeln, er sah Frl. Boria jubeln, und hatte nicht den blassesten Schimmer was hier vorging. Folglich jubelte er auch mit. Vergessen war sein Vater, der im hinteren Teil des Parkes mit dem Fuss im Bäreneisen hing, die Jagdgehilfenprüfung, die morgen anstand, das zweite juristische Staatsexamen ( das er -um vor zu greifen – mit suma cum laude abschliessen wird), das er übermorgen zu absolvieren hatte.

Auch Frl. Boria war hingerissen vom Gedanken einer Weltreise. Da konnte sie unterwegs bequem den Kopf von Angela von Merckel entsorgen. Sie brauchte auch nicht mehr ihr ganzes Schloss zu saugen. Sie würde die ganze Welt sehen, und die würde ihr zu Füssen liegen. Verträumt lächelnd fischte sie nach den Bobbycarschlüsseln in ihrem Rauschkrautpompadour. Wo waren die Schlüssel nur?

Das Quietschen von Reifen und ein höhnisches Lachen riss sie aus ihren Gedanken. Da sauste der wie besessen strampelnde Frosch in ihrem Bobycar die Parkallee hinunter, seine grüner Schal wehte im Fahrtwind, und bevor er auf die Schnellstrasse, die in die weite Welt führte, einbog, winkte er noch einmal zurück.

Ein letzter, eiskalter Blick, der seine grüne Amphibienhaut zum Runzeln brachte und rote Pusteln hervorrief, traf ihn noch, bevor er entschwand.

(Hier endet der zweite Teil des 19. Kapitels)

Der dritte Teil handelt vom Versuch Ulrichs, ein weltweites Kuriernetz mit Hilfe von Kleidermotten und Schwarzen Waldameisen zu etablieren. Ein Unterfangen, das er mit dem Verlust seiner gesamten Korrespondenz und seiner Garderobe bezahlt, ihm aber dennoch den so heiss ersehnten „Dr. rer. nat.“ einbringt. Frl. Boria findet inzwischen eine leere Sauerkrautdose, in die der Kopf von Kanzlerin von Merckel genau hineinpasst.

Alles in allem war dies ein kreativer regnerischer Sonntag auf Lolland. Zum Abschied noch 2 Hagebutten aus meinem carnet-projekt:

Ich liebe Garten- und Wohnzeitschriften (und ebensolche Bücher). Ich bin ein Augenmensch uns schwelge in den Fotos Meist werde ich dann ganz hibbelig und will sofort umgestalten /umräumen.

Leider habe ich in meinem Garten noch nie die Athmosphäre hingekriegt, die ich auf Fotos so liebe, oder die ich an anderen Gärten schätze. Andere Leute hingegen finden es z.T. sehr nett. Liegt es am Blickwinkel und daran, dass es für mich zum Alltag gehört?

Ein Beispiel: In der aktuellen Country living habe ich das Foto eines Gemüsegartens in Frankreich entdeckt (Foto: B. Touillon):

Gemüsegarten in Frankreich aus Country living

Sehr einfach gestaltet mit den hölzernen Abtrennungen und den Holzpannelen am Boden. Es sieht nicht perfekt aus, sondern sehr urig, genau, wie ich es mag 🙂

Daraufhin bin ich in den Garten gegangen. Mir fiel ein, dass ich einige Studentenblumen noch nicht gepflanzt hatte, also buddelte ich sie im Gemüsegarten ein, wo Erdbeeren, Eisbergsalat, einige Kräuter und Lollo rosso wachsen (und in der hintersten Ecke Gras, wo ich noch nicht zum urbar-Machen gekommen bin).

writingwomans Gemüsegärtchen

Dann habe ich mir alles noch einmal angesehen und fotografiert, und mir fehlt das gewisse Etwas. Ob es etwas nützen würde, wenn ich die Steinplatten durch Holzlatten ersetzen würde? Vermutlich wäre ich immer noch unzufrieden.

Ich kann mir offenbar selbst nix recht machen ;-))

Kennt Ihr das auch?

Wir waren schon häufiger in Schweden und werden auch in diesem Jahr wieder hinfahren. Mein Mann lernt seit vielen Jahren Schwedisch, wir backen gerne Lussekatter und Kaneelbuller und haben nette Kontakte in dieses Land.

So war es nur zwangsläufig, dass wir uns vor mittlerweile vier Jahren aus Dalarna einen Eimer „Äkte Falu Rödfärg“ mitgebracht haben – die rotbraune Kupferfarbe, mit der in Schweden so viele Häuser gestrichen werden. Sinn der Sache war es, das Kinderspielhäuschen damit zu streichen.

Nun dauert es ja bei mir bekanntlich eine Weile, bis ich etwas in die Tat umsetze 😉 Am Sonntag haben wir also laaange ausgeschlafen, anschließend habe ich im Liegestuhl mit einem Stapel (Country)Gartenzeitschriften gechillt. Solche Zeitschriften wecken immer einen irrsinnigen Tatendrang in mir, und so machte ich mich daran, endlich das Häuschen zu streichen. Da die ganze Spielecke aber leider ziemlich gut von den Nachbarn einzusehen ist, die dann immer durch die Hecke meckern, habe ich zuallererst Sichtschutzelemente aufgestellt, die auch schon einige Zeit auf diese Bestimmung gewartet hatten 😉

Spielecke im hinteren Gartenteil

Dafür musste ich einige Äste des Ahorns opfern, der auch schon sehr tief über den Buddelkasten hing. Einerseits mochten die Kinder die daraus entstandene „Höhle“, andererseits störten die teifhängenden Äste jedoch beim Toben. So sieht es wieder besser aus, und es wächst ja ziemlich schnell weider nach.

Anschließend ging ich dann mit der Farbe zu Werke und am nächsten Tag kamen noch die weißen Effekte dazu, und voilá:

Spielhaus im Schwedenlook

Und wo ich doch schon einmal dabei war, musste auch der Unterstand dran glauben:

Unterstand im Schwedenlook

Die Farbe ist äußerst ergiebig, sie wird noch für die Mülltonnenumrandung und das Gartentor ausreichen 😉 Und für den Zaun können wir ja noch was aus Schweden mitbringen 😉

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